Gemeinde Muggensturm

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Der Startschuss für das 7,5 Millionen-Euro teure Wasserwerk Ötigheim/Muggensturm fällt

 

Ötigheim/BNN Redakteur Ralf Joachim Kraft. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat am Montagmorgen auf Gemarkung Ötigheim der Bau eines gemeinsamen Wasserwerkes für die Gemeinden Ötigheim und Muggensturm begonnen. Zumindest offiziell. Denn richtig los geht‘s mit dem Verlegen der ersten Leitungen erst in zwei Wochen.

„Hier wird heute der Grundstein für eine sichere und zukunftsorientierte Wasserversorgung der beiden Gemeinden gelegt“, sagte Regierungspräsidentin Sylvia Felder beim Startschuss für das interkommunale Projekt – und lobte dabei das „vorausschauende und weitsichtige Planen“ der beiden Kommunen.

Muggensturms Bürgermeister Dietmar Späth, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der interkommunalen „Wasserversorgung Muggensturm-Ötigheim GmbH“ (WMÖ), sprach von einem Vorhaben, das als „Modellprojekt für die Zukunft“ beispielhaft sei und die Bürger kommender Generationen prägen werde. „Die Sicherung der Wasserversorgung ist eine der elementarsten kommunalen Aufgaben der Daseinsvorsorge. Die Zeiten der Insellösungen sind vorbei“, betonte Späth, der keinen Hehl daraus machte, dass ihm das Thema „Wasserversorgung“ schon seit Jahren im Magen gelegen habe. Gerade auch deshalb, weil Verunreinigungen des Grundwassers immer mehr zunähmen, verwies Späth auf die PFC-Problematik in der Region. „Eine 100-prozentige Sicherheit, dass die Fahne tatsächlich an Muggensturm und Ötigheim vorbeizieht, gibt es nicht. Und wer weiß, was in den nächsten Jahren noch alles auf uns zukommt.“

Ötigheims Bürgermeister Frank Kiefer erklärte mit Blick auf dasselbe Thema, aber auch mit Hinweis auf die bundesweite Wasserknappheit in den immer heißeren Sommern, dass mit dem zentralen Wasserwerk und der Anbindung an weitere Versorger aus der Region die maximale Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser nachhaltig sichergestellt werden könne.

Nach Vollendung des zweiten Bauabschnitts wird das zentrale Wasserwerk über einen 1.500 Kubikmeter großen Speicherbehälter, eine Trinkwasser-Aufbereitungsanlage, „in der Wasser nebenbei von 15 auf etwa acht bis zehn Grad deutscher Härte enthärtet wird“ und eine zusätzliche Ersatzwasserversorgung verfügen. Die Gesamtkosten bezifferten die Verantwortlichen mit rund 7,5 Millionen Euro.

Die Kosten für den ersten Bauabschnitt, in dem ab Oktober zunächst 5,5 Kilometer Leitungen zum Anschluss der Tiefbrunnen verlegt werden, liegen bei etwa 2,7 Millionen Euro. Das Land beteiligt sich nach Aussage von Regierungspräsidentin Sylvia Felder mit 520.000 Euro am ersten Bauabschnitt. Die Inbetriebnahme der Anlage ist Ende 2022 geplant. Gebaut wird das Wasserwerk im Bereich der Ötigheimer und Muggensturmer Tiefbrunnen. Das gesamte Vorhaben umfasst neben dem Neubau auch die Neuordnung der Wasserversorgung in beiden Gemeinden. Außerdem werden Ötigheim und Muggensturm zusätzlich an die Stadtwerke Gaggenau und Karlsruhe angeschlossen. Dadurch soll es nach Aussage der Verantwortlichen möglich sein, auch bei einem möglichen Ausfall der eigenen Wasserversorgung die Gemeinden mit Trinkwasser versorgen zu können.

Muggensturm wird derzeit noch über zwei Tiefbrunnen und ein Wasserwerk von der eneRegio mit Trinkwasser versorgt. Ein Speicherbehälter ist nicht vorhanden. Ötigheim erhält sein Trinkwasser über zwei Tiefbrunnen und ein Wasserwerk mit Speicherbehälter. Wie beim Spatenstich zu erfahren war, wurden in Kooperation mit dem Hügelsheimer Ingenieurbüro Wald + Corbe über mehrere Jahre hinweg viele Varianten ermittelt und diskutiert.

Nach Prüfung aller Möglichkeiten habe sich gezeigt, dass diese Lösung „maximale Versorgungssicherheit“ biete und aufgrund der Synergieeffekte auch am wirtschaftlichsten sei, berichteten eneRegio-Geschäftsführer Jochen Mühl und der Ötigheimer Kämmerer Sascha Maier. Die beiden Männer teilen sich als technischer und als kaufmännischer Geschäftsführer die Leitung der im Mai 2019 eigens für den Bau und Betrieb des Wasserwerks gegründeten „Wasserversorgung Muggensturm-Ötigheim GmbH“, an der Ötigheim und die eneRegio Muggensturm analog der Investitionskosten mit 30,04 und 69,96 Prozent beteiligt sind.




Spatenstich für ein Modellprojekt der Zukunft: Ab Oktober beginnen mit dem Leitungsbau die Arbeiten für das neue zentrale Wasserwerk der Gemeinden Ötigheim und Muggensturm.

Spatenstich für ein Modellprojekt der Zukunft: Ab Oktober beginnen mit dem Leitungsbau die Arbeiten für das neue zentrale Wasserwerk der Gemeinden Ötigheim und Muggensturm.

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