Gemeinde Muggensturm

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Muggensturm im Ausnahmezustand

Liebe Muggensturmer,
 
die vergangenen zwei Wochenenden – und diesen Montag -  hätten wir uns wahrlich anders vorstellen können.
 
Zunächst galt es, am Sonntag dem 3.6. ab der Alarmmeldung morgens um 2 Uhr den chemischen Störfall bei der Firma Tensid Chemie in Griff zu bekommen. Sage und schreibe fünf Feuerwehren, drei Gefahrgutzüge, das DRK und THW und auch die Polizei waren mit etwa 180 Frauen und Männern vor Ort. Fast genau 13 Stunden war man im Dauereinsatz, bis schlussendlich nach höchst professioneller Abarbeitung des Störfalles komplett Entwarnung gegeben werden konnte. Außerhalb der betroffenen Halle waren über all die Zeit keine gefährdenden Schadstoffe messbar, die Warnhinweise an die Bevölkerung waren einfach vorsorglich angebracht – denn gänzlich auszuschließen war eine Gefährdung nicht. So auch die Schließung des Freibades bis 15 Uhr.
 
Am letzten Samstag nun das erste  unglaubliche Sturmereignis in unserem Ort. Muggensturm war an diesem Tag wirklich das „Epizentrum“ der Sturmlage in unserer Region.  Fast 60 l pro QM Boden in 30 Minuten – das kann die Kanalisation nicht mehr schaffen. So waren nach langer Zeit wieder überflutete Straßen,  Keller und vor allem Tiefgaragen die Konsequenz. Durch überflutete Trafostationen dieses Mal begleitet durch einen kompletten Stromausfall, den die Fachmänner unserer eneREGIO aber in rekordverdächtiger Zeit wieder in Griff bekam. Nach knapp einer Stunde waren wir alle  – mit Ausnahme des Gebäudes „Badischer Hof“ – wieder mit Strom versorgt.
Und wieder ein mühsamer und anstrengender Einsatz für die Frauen und Männer unserer Feuerwehr. Aber auch da wurde durch kompetenten, strukturierten Einsatz die Lage zeitnah in Griff gebracht und die Auspumpen der betroffenen Tiefgeschosse Schritt für Schritt abgearbeitet. Gegen späteren Abend dann war auch dieser Einsatz soweit erledigt. Da hätte es wahrlich nicht sein müssen, dass schon am Sonntag früh um 4.30 Uhr zum nächste Alarm gerufen wurde.
 
Keiner hätte sich vorstellen mögen, dass wir zwei Tage später schon wieder vor derselben Ausnahmesituation standen. Am Montag Abend waren es sage und schreibe 73 Liter pro QM, die wir an Niederschlag gemessen hatten. Also noch mehr wie am Samstag zuvor. Dasselbe mühsame und anstrengende Prozedere aller Rettungskräfte, derselbe Ärger über nasse Keller und Gebäude. Auch unsere Schule hat es dieses Mal so stark getroffen, dass wir am Dienstag zur Säuberung und Aufräumaktion geschlossen halten mussten.
 
Natürlich sind wir mit allen beteiligten Organisationseinheiten an der aktiven Analyse der Schadensfälle und Problembereiche im Ort. Es hat sich zwar  gezeigt, dass die vielen Millionen Euro, welche wir in den vergangenen zwei Jahrzehnten in den Ausbau und die Sanierung unserer Kanalisation investiert haben, gut angelegtes Geld ist. Denn viele Bereiche unserer Gemeinde waren trotz der außergewöhnliche  Regenfälle nicht zu stark belastet. Aber es lohnt sich weiterhin, über Verbesserungspotential nachzudenken, auch wenn diese Art der Unwetter wohl nie gänzlich in den Griff zu bekommen sein werden.
 
Diese jüngsten Schadensereignisse haben uns gezeigt, dass es nun wirklich keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir uns rund ums Jahr in Ruhe in unserer Gemeinde-Idylle wohlfühlen können. Naturereignisse, Unfälle, technische Schadensfälle in großem Ausmaß, alles kann uns jederzeit erreichen.
Die Ereignisse haben auch wieder demonstriert, wie wichtig die professionelle Ausbildung, Vorbereitung und Einsatzfähigkeit unserer Rettungskräfte ist.
Größten Respekt und Anerkennung und Dank an  alle Frauen in Männer in Feuerwehr, DRK und allen anderen Organisationen, dass sie sich in der Hauptsache ehrenamtlich für die Sicherheit unserer Bevölkerung einsetzen. Es war beeindruckend zu erleben, wie auch  gemeindeübergreifend die Rettungskräfte Hand in Hand strukturiert zusammengearbeitet haben. Dankeschön dafür an alle Rettungskräfte aus den Nachbargemeinden, die sich ohne Zögern zur Unterstützung anboten.
Danke auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Bauhofes, der Verwaltung und unserer Hausmeister, welche wie selbstverständlich übers Wochenende zusammen gearbeitet haben, um öffentliche Wege und Plätze, unser stark betroffenes Schulhaus – hier auch ein Dankeschön an die helfenden Hände der Schüler/innen und Eltern -  und auch die Wolf-Eberstein-Halle für den Betrieb am Montag wieder vorzubereiten.
Es hat sich auch wiederum gezeigt wie wertvoll es ist, die technischen Mitarbeiter unserer eneREGIO direkt vor Ort zu haben, um einen solch gravierenden Stromausfall so schnell wieder in Griff zu bekommen.
Ein Dank auch an unseren Kreisbrandmeister HeikoSchäfer, der bei den Ereignissen sofort mit dabei war und die Abarbeitung auch fachtechnisch mit leitend  begleitete.
 
Ein abschließendes großes Dankeschön an Sie,  liebe Muggensturmer, für das Verständnis für die Umstände und auch das Zusammenwirken mit unseren Rettungskräften. Ich durfte viele anerkennende und meist entspannte Rückmeldungen erhalten. In der Not halten wir zusammen, auch das eine der wenigen positiven  Erkenntnisse dieser Tage und Ereignisse.
 
Hoffen wir, dass wir künftig möglichst von weiteren so gravierenden Unwettern und Schadensfällen verschont bleiben.
 
Übrigens: Wenn unsere Feuerwehr im Alarmfall nachts mit Blaulicht und Sirene durch den Ort fährt, dann nicht aus Jux und Tollerei!  Da gibt es ganz klare rechtliche Vorgaben zur eigenen Sicherheit und derer anderer Verkehrsteilnehmer.
Also: Wenn wir nachts durch Sirenen-Einsatz wach werden, sollten wir uns nicht darüber ärgern, sondern -  im Gegenteil -  froh und dankbar sein . Dankbar darüber, dass es Menschen gibt, welche sich über das ganze Jahr hinweg 24 Stunden am Tag für unsere Sicherheit bereit halten. Denn jede Minute könnten wir persönlich selbst betroffen sein und uns glücklich schätzen, wenn Rettungskräfte schnellst möglichst vor Ort sind.
 
Mit herzlichen Grüßen
 
Ihr
 
Dietmar Späth
Bürgermeister

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Heute, am 19. Juni 2018